Seit einer Woche bin ich zurück in Tunesien.
Die Nachrichten der Sommermonate über den Wassermangel und die Turnusmäßigen Stromabschaltungen waren besorgniserregend, aber ich dachte: bis September wird sich das wieder erledigt haben.
Es hieß, der bisherige zusätzliche Strombedarf im Sommer, der bisher durch Algerien gedeckt wurde, musste durch den Ausfall des algerischen Umspannwerkes nun selbst gemanagt werden. Stimmt so nicht.
Algerien ächzte natürlich selbst unter der Extremhitze von 46° – 48° und konnte daher nichts mehr abgeben.
So wurden während Aoussou (Hochsommer) reihum in allen tunesischen Distrikten regelmäßige Stromabschaltungen von ca. 90 Minuten zur täglichen Norm, um einen größeren Schaden des überlasteten und veralteten Netzes durch Blackout zu vermeiden.
Der Stromausfall führte direkt zum Wassermangel.
Die Hauptpumpen der Wasserwerke sowie die Entsalzungsanlagen benötigen viel Energie. Durch die Stromabschaltungen fielen die Pumpen aus und der Wasserdruck in den Leitungen brach zusammen.
Weiterhin betraf die fehlende Stromversorgung auch die privaten und staatlichen Mineralwasser-Abfüllbetriebe. Ohne Notstromaggregate im industriellen Maßstab standen die Abfüllanlagen still.
Da das Leitungswasser durch den Druckabfall und den hohen Chlorgehalt ungenießbar wurde oder gar nicht mehr floss, wichen Millionen Haushalte zur gleichen Zeit auf Flaschenwasser aus.
Flaschenwasser wurde zu einem seltenen Gut und es gab sogar Verhaftungen, weil gierige Händler ihr Wasser zum 20-fachen Preis verkaufen wollten: ein Fall, in dem ein Hanoutbetreiber einer Frau nicht einmal für ihr Babyfläschchen eine Flasche verkaufen wollte, ging – weil auf Video – durch die sozialen Medien.
Der Wassermangel ist nach wie vor nicht behoben. Heute ist bei uns das Leitungswasser abgestellt und das ist mit einer Toilette für 6 Erwachsene und einige Kinder besonders lästig.
Da aber auch die Flaschenwasserversorgung immer noch nicht funktioniert, haben wir bisher Leitungswasser getrunken und daraus Kaffee gekocht. Zum Glück hab ich mir in Deutschland noch eine Filterflasche gekauft, die 99% aller Keime herausfiltert und auch den Geschmack hebt, aber wie gesagt: im Moment haben wir nicht mal das.
Als ich spät nachts am Flughafen in Tunis ankam und mir als erstes meine tunesische Simkarte auflud, fragte ich die Frau des Telefonshops, wo ich Wasser kaufen könne, denn die Läden im Flughafen waren schon geschlossen. Sie zog eine 2-Liter Flasche unter dem Tresen hervor und schenkte sie mir. Auch das ist Tunesien.
Ich war sehr froh darüber. In der Unterkunft, in der ich nach Ankunft übernachtete, waren beim letzten Mal zwei Wasserflaschen für den Gast im Kühlschrank gelegen, dieses Mal nicht. So hatte ich wirklich Glück.
Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Taxi zum großen Carrefoure Supermarkt. Ein Wahnsinn. Tatsächlich habe ich noch nie einen solch riesigen Supermarkt gesehen. Am Eingang drängelten sich die Leute und standen dann gleich in einer endlosen Schlange. Ich wusste nicht, wozu und scherte aus und ging meine Sachen einkaufen. Ein weites Stück später kam ich zum Kopf der Schlange: Die Ausgabe von Flaschenwasser. Pro Einkaufswagen gab es einen 6-Pack mit 1,5 Liter-Flaschen. Und der spärliche Rest vom einst großen Stapel, der noch vorrätig war, hat längst nicht für die restlichen Wartenden ausgereicht.
Also es gibt Säfte, süßen Sprudel, Cola und so weiter. Die Regale sind voll. Nur Wasser gibt es nicht. Auch keine einzelnen Flaschen.
Ich würde ja als Regierung die Herstellung von Zuckerwasser jeglicher Art verbieten, denn dann wären wieder Kontingente an Wasser verfügbar und gleichzeitig täte man was Gutes für die Zähne der Tunesier.
Bei meiner Unterkunft in Carthage, die im ersten Stock liegt, gibt es unten direkt eine Bäckerei und ein Café. Und im Café gibt’s auch Flaschenwasser, wenn man als Kunde kommt. Das ist zwar geringfügig teurer, aber nicht der Rede wert. So konnte ich für mich noch eine Flasche ergattern.
Die 5-stündige Fahrt in der Louage überstand ich mit meiner Filterflasche und hier in Kasserine ist jetzt Leitungswasser angesagt, so es denn fließt.
Das beliebteste Gastgeschenk in Tunesien ist derzeit ein Sixpack Flaschenwasser!

Ich würde Ihnen empfehlen ein Filterset von der Firma Albfilter empfehlen. Ich habe das seit drei Jahren im Wohnmobil im Einsatz und das auch in Marokko und Spanien wo das Wasser auch ziemlich viel Chlor enthält . Das Set kostet zwar knapp 300€ aber letztendlich spart man viel Geld und es fällt kein Plastik Müll an