Superfood- Kokosöl

Was ist dran an den Lobpreisungen von Kokosöl?
Es soll dazu beitragen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Alzheimer, Arthritis zu verhindern und sogar vorbeugend gegen Krebs wirken. Es wirkt nachweislich gegen Bakterien UND Viren UND Pilze. Es gibt Energie und unterstützt das Immunsystem. Es fördert die Verdauung und hilft beim Abnehmen. Und last, but not least: es verhindert vorzeitige Hautalterung und verhilft zu schöner gesunder Haut und gesundem Haar.

Es gibt die Begriffe „gehärtet“ und „ungehärtet“ und auch die Begriffe „gesättigt, einfach ungesättigt, mehrfach ungesättigt“ haben wir schon oft gehört oder gelesen. Was jedoch ist damit gemeint?

Fett und Öl, was ist der Unterschied?
In der Regel werden Fette bei Raumtemperatur fest, Öle bleiben flüssig. Kokosöl  oder Kokosfett wird unter 25° Celsius fest.

Jedes Fett besteht aus Fettsäuren. Drei Fettsäure-Moleküle bilden ein Tri (=drei)-Glycerid-Molekül, das duch ein Glycerin-Molekül verbunden ist.

Fettsäuren gibt es viele verschiedene. Sie werden unterteilt in „gesättigt“, „einfach ungesättigt“ und „mehrfach ungesättigt“. Jede Fettsäure hat andere Auswirkungen auf die Gesundheit. Wir haben gelernt, dass einfach ungesättigte Fettsäuren für uns gesünder sein sollen, aber das stimmt so nicht. Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass ein Öl oder Fett gesünder ist, wenn es überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren besteht. Tierische Fette enthalten meist mehr gesättigte Fettsäuren, bei Pflanzenölen sind es unterschiedliche Mischungen aus gestättigten, einfach ungesättigtem und mehrfach ungesättigtem Fett. Kokosöl und Palmfett bilden eine Ausnahme: sie bestehen aus 92% gesättigten Fettsäuren.

Was ist gesättigt und ungesättigt?
Ein Fettsäuremolekül gilt als gesättigt, weil es mit 2 Wasserstoffatomen pro  Kohlstoffatom so viele Wasserstoffatome bindet, wie es ihm möglich ist.
Fehlt in der Kohlenstoffkette ein Paar Wasserstoffatome, wird es als „einfach ungestättigt“ gezeichnet, fehlen mehr als nur ein Paar Wasserstoffatome, spricht man von einem „mehrfach ungesättigtem“ Fett. Je mehr Wasserstoffatome fehlen, desto höhergradig ungesättigt ist die Fettsäure.

Kurzkettige, mittelkettige und langkettige Fettsäuren
Die Kohlenstoffketten können unterschiedlich lang sein. So besteht bespielsweise Buttersäure aus 4 Kohlenstoffatomen und Ölsäure (Olivenöl) aus 18. Kokosöl besteht aus 12 Kohlenstoffatomen (Laurinsäure) und zählt somit zu den mittelkettigen Fetten.

Die „leeren Plätze“ der fehlenden Wasserstoffatome in der Kohlenstoffkette bei einfach und mehrfach ungestättigten Fette und Öle müssen jedoch ersetzt werden. Damit kommen wir zur Rolle der

Freien Radikalen
Sie tragen ihren Namen zurecht, denn sie können im Körper auf anarchische Art und Weise viel Schaden errichten. Sie tragen wesentlich zur vorzeitigen Alterung und zur Förderung degenerativer Krankheiten bei. Einfach gesagt, ist ein freies Radikal ein aggressives Molekül, dem eines seiner Elektrone abhanden gekommen ist. Dadurch wird das geschrumpfte Molekül aktiv und klaut sich sofort ein Elektron von einem Nachbar-Molekül, das wiederum das nächste Molekül bestiehlt. Dadurch entsteht eine aggressive und zerstörerische Kettenreakton. Ein Molekül, dass sich durch das Abhandenkommen eines Elektron in ein Radikal verwandelt hat, ändert seine chemischen Eigenschaft und beeinflusst damit die gesamte Funktion einer lebendigen Zelle. DNA und Zellkern können beschädigt werden, die Zelle kann mutieren oder gleich absterben.
Je mehr freie Radikale im Körper ihr Unwesen treiben, desto größer ist die Gefahr für Gewebeschädigung und Schädigung von Gelenken und anderen Körpersystemen. Freie Radikale werden als Auslöser genannt für zahlreiche Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf, Krebs, Arteriosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall), Bluthochdruck, vorzeitige Hautalterung, Dermatitis, Arthritis, Allergien, und selbst für Grauen Star und Diabetes.

Oxidation der ungesättigten Fettsäuren
Die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind überaus empfindlich in ihrer Haltbarkeit und können durch lange Lagerung, Hitze und Licht (egal ob Lampe oder Sonne) oxidieren und ranzig werden.  Wenn sie ranzig werden, bilden sich freie Radikale.
Der Oxidationsprozess setzt bereits ein, sobald der Verarbeitungsprozess der jeweiligen Ölfrüchte beginnt. Daher ist es so wichtig, möglichst frische kalt gepresste Öle zu verwenden und diese in dunklen Flaschen zu lagern.

Ranzige Öle muß man nicht schmecken
Öle können jedoch ranzig werden und damit toxisch, ohne dass man es schmeckt, sieht oder riecht. Nur in Verbindung mit anderen Zutaten kann man manchmal feststellen, dass ein Öl anders oder schlechter schmeckt als erwartet.
Leider ist es so, dass die Pflanzenöle, die wir üblicherweise verzehren, oft monatelang Licht und hohen Temperaturen ausgesetzt waren, bevor sie überhaupt in den Supermarkt gelangen. Eigentlich sollte Öl dunkel und kühl gelagert werden, dadurch wird der Oxidationsprozess zumindest verzögert. Außerdem fördert jede Erhitzung wie Braten und Kochen den Oxidationsprozess!

Der Vorteil der gesättigten Fettsäuren
Dadurch, dass es bei den gesättigten Fettsäuren keine fehlenden Kohlenstoffatome gibt, sind diese Fette auch nicht anfällig für Oxidation und damit für die Bildung freier Radikale.
Da dies schon lange bekannt ist, wurden den verschiedensten Produkten zu besseren Haltbarkeit gesättigte Fette, darunter oft Kokosöl oder Palmöl, zugesetzt.

Jedoch sind im Laufe der letzten Jahrzehnte die natürlichen Tropenöle durch gehärtete oder teilgehärtete Öle ersetzt worden, denn das ist billiger…..

Was passiert bei der Härtung der Öle?
Durch die Härtung wird ein ungesättigtes Pflanzenöl chemisch so verändert, dass ein hochgradiges gesättigtes Fett entsteht. Dadurch wird das Fett haltbarer und ist außerdem billiger als natürliche tierisce Fette oder tropische Öle. Bei der Härtung werden die Öle bis auf 200° erhitzt und mit Wasserstoffatomen beschossen. Das Ergebnis sind die toxischen Transfettsäuren, die der Körper nicht verarbeiten kann! Sie lagern sich bevorzugt in den Arterien ab und gelten als Auslöser für Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose.Sie werden auch mit weiteren Krankheiten wie Krebs,  Multibler Sklerose, Diabetes und weiteren in Verbindung gebracht. Margarine und Backfette sind gehärtete Fette, die bis zu 48% Transfettsäuren enthalten.  Auch die auf übliche Art hergestellten Pfanzenöle enthalten zwischen 15 und 19% Transfettsäuren.
Es sind also nicht, wie oft fälschlich geglaubt und verbreitet wird, die tierischen Fette, die zur Erhöhung des schlechten Cholesterins und zu Ablagerungen in den Arterien führen, sondern die Transfette, die daher auch „Killerfette“ genannt werden. Es empfiehlt sich daher unbedingt, alle Arten von gehärteten Fetten aus der Küche zu verbannen! Leider sind in den Convinience-Produkten (Fertige oder halbfertige Mahlzeiten vakuumverpackt oder tiefgefroren) ebenfalls jede Menge Transfette. Daran sollte man denken und unbedingt selber kochen, so oft der Zeitplan es zuläßt. Auch in Restaurants wird aus Kosten- und Haltbarkeitsgründen in der Regel mit gehärteten Fetten gebraten und frittiert!

Kokosöl in Indien und in der Ayurvedischen Küche
Die in der traditionellen ayurvedischen Küche verwendeten Fette wie Ghee und Kokosöl wurden in den frühen achtziger Jahren wegen ihrer vermeintlich Cholesterin erhöhenden Wirkung aus der „modernen“ indischen Küche verbannt und weitgehend durch pflanzliche Öle wie z.B. Sonnenblumen- und Diestelöl ersetzt, da diese Öle bekanntlich cholesterinfrei sind. Seit dem ist es in Indien jedoch zu einer deutlichen Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes gekommen, die auf einen geänderten Lebensstil, aber auch auf die einseitige Verwendung pflanzlicher Öle als Nahrungsfett, auch zum Backen und Braten, zurückgeführt werden können. Der Grund hierfür ist u.a., dass mehrfach ungesättigte Fette in Pflanzenölen sehr hitze- und oxidationsempfindlich sind; die Stoffe, die beim Erhitzen der Öle entstehen, begünstigen z.B. Arteriosklerose.
Mehr zu lesen u. a. im Ayurveda Journal zur gesunden Ernährung

Kokosöl ist antimikrobiell
Es besteht zu 48% Laurinsäure, aus Caprylsäure und Caprinsäure und bewirkt im Moment der Aufnahme (also beim Essen) eine antimikrobielle Wirklung. Außer Kokosöl hat nur noch Butter diese Eigenschaft. Laurinsäure findet man auch im Samen des Lorbeerbaums; die heilende Wirkung des Lorbeeröls ist rund um das Mittelmeer schon seit der Antike bekannt: für Harnwegsinfektionen, Hauterkrankungen und Insektenstiche sowie bei Verdauungsproblemen.

Inzwischen gibt es auch ein Nahrungsergänzungsmittel mit Laurinsäure, das unter verschiedenen Namen im Handel erhältlich ist. Es wird auch in Krankenhäusern benutzt, um die Therapie bei verschiedenen Infekten zu unterstützen: bei HIV, Masern, Herpes, Leukämie, Hepatitis sowie Staphylococcen, Streptococcen, Chlamydien u. a. um nur einige zu nennen. Die keimtötenden Fettsäuren sind diesselben, wie man sie auch in der menschlichen Muttermilch und in der Muttermilch anderer Säugetiere findet. Mütter, die zusätzlich Kokosöl verzehren, tun für sich und ihr Kind das Beste zur Infektabwehr.

Kokosöl wirkt auch gegen Pilzinfektionen
Wer häufig an Scheidenpilz leidet oder Mundsoor hat, häufig Antibiotika einnimmt, kann sich mit der Einnahme von Kokosöl davor schützen. Dazu kann man 2-3 EL Kokosöl zu jeder Mahlzeit mit etwas Saft einnehmen. Auch wenn Babys unter Windelausschlag leiden, kann Kokosöl helfen. 1 TL in jedes Fläschchen, dazu viel frische Luft an den Po lassen.
Dasselbe gilt für schuppige Kopfhautflechten bei Kindern, da erst in der Pupertät in den körpereigenen Drüsen dem Laurin ähnliche Körperfette gebildet werden, die davor schützen.

Kokosöl hilft beim Abnehmen
Kohlehydrate haben 3,9  Kalorien, Eiweiß 4 und Fett normalerweise 9.
Nicht so das Kokosöl, es hat nur 6,8 Kalorien pro Gramm.
Das ist aber noch nicht alles. Es kurbelt darüber hinaus den Stoffwechsel an, denn die mittelkettigen Fettsäuren werden anders verdaut und verwertet als die langkettigen, die in den meisten Pflanzenölen zu finden sind. Mehrfach ungesättigte Pflanzenöle hemmen die Tätigkeit der Schilddrüse (hemmen die Bildung von Schilddrüsenhormonen) und verlangsamen dadurch den Stoffwechsel.
Nach einer Mahlzeit mit Kokosöl bleibt der Stoffwechsel für sechs Stunden um das Dreifache erhöht, insgesamt bleibt er 24 Stunden höher als normal. Theoretisch kann man also rund 15 kg Fett im Jahr nur dadurch abbauen, indem man in seiner Ernährung komplett von Rapsöl, Sonnenblumenöl etc. auf Kokosöl umsteigt. Vorausgesetzt natürlich, die Gesamt-Kalorienzufuhr bleibt gleich. Wer dann noch Low Carb einhält (Zucker- und Stärkefrei, Kohlehydrat-reduziert), bei dem sollten die Pfunde fast von alleine purzeln.Allerdings ist schnelles Abnehmen nicht sinnvoll. Bei Schnell-Diäten verliert der Körper nur Wasser und Muskelmasse und der Grundumsatz reduziert sich. Wer dann die Diät abbricht, hat das Wasser schnell wieder drauf und durch den gesunkenen Energiebedarf auch genauso schnell oder sogar schneller die alten Pölsterchen und mehr.
Man hat übrigens auch mal Schweinemast mit Kokosöl versucht: das hat nicht funktioniert.  Die Schweine nahmen ab, statt zu. Daher werden sie bevorzugt mit Mais und Soja gefüttert, der Stoffwechsel verlangsamt sich, sie brauchen weniger Futter und nehmen trotzdem zu!

Kokosöl als Kosmetikum
In den Herkunftsländern der Kokosnuss herrscht ein heißes Klima und die Menschen sind der Sonne wesentlich mehr ausgesetzt als Nordeuropäer. Trotzdem haben sie meistens eine schöne gesunde Haut ohne Makel und ohne Hautkrebs. Kokosöl ist eines besten Hautpflegemittel, die es gibt.
Kokosöl schützt die Haut nicht nur vor dem Austrocknen und vor Keimen. Es macht die Haut nach und nach weicher. Es zieht sehr schnell ein, daher muß man es bei sehr trockener Haut mehrfach hintereinander verwenden. Wer extrem trockene Haut hat, reibt sich vor dem Schlafen mit Kokosöl ein und wickelt Frischhaltefolie um die betroffenen Stellen. Das wiederholt man solange, bis sich eine Wirkung zeigt. Einige EL Kokosöl als Zugabe ins Badewasser und man kann sich das Eincremen hinterher sparen.

Für die Haare
Wer täglich oder sehr häufig die Haare wäscht: einige Teelöffel (je nach Haarlänge und Zustand) Kokosöl abends in die Haare massieren und morgens auswaschen. Oder eine größere Menge Kokosöl vor dem Waschen ins Haar massieren, eine halbe Stunde einwirken lassen, dann die Haare waschen.

Empfohlene Tagesdosis für Zellgesundheit und Abnehmen:
3-4 EL für einen Erwachsenen. Entweder direkt einnehmen oder diese Menge zum Kochen verwenden. Es gibt „desodoriertes“ Kokosöl, das neutral schmeckt, für die, die bei Grillwürstchen oder italienischem Gemüse nicht immer den leichten Kokosnussgeschmack dabei haben wollen.
Sie sollten jedoch das Kokosöl nicht zusätzlich verwenden (schon alleine aus Kalorien-Gründen), sondern dafür alle gehärtete Fette (Margarine, Frittierfett) komplett aus ihrer Küche verbannen und nur noch mit Kokosfett oder Palmfett (ungehärtet) braten. Pflanzenöle (Olivenöl, Rapsöl) nur kalt gepresst, dunkel und kühl gelagert, nur für Salate (nicht zum Braten und Kochen) verwenden. Butter in Maßen ist okay.
Auch andere Produkte mit Kokos sind empfehlenswert, frische oder getrocknete Kokosnuss, Kokosmilch, Kokosmus. Das Kokosfett ist überall in unterschiedlichen Mengen enthalten.

Buchempfehlung

Kokosöl – Das Geheimnis gesunder Zellen von Bruce Fife

Das Buch informiert umfassend und verständlich über die Eigenschaften von Fetten und Ölen im Allgemeinen und von Kokosöl und anderen tropischen Ölen im Besonderen. Die Rezepte am Ende des Buches sind allerdings nicht Low Carb, sondern enthalten Weizen, Zucker, Honig….etc.

 

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