Warum Low Carb?

Schlemmen, was das Zeug hält und dabei abnehmen?

Mit LOW CARB (= Reduzierung der Kohlehydrate) geht das tatsächlich. Aber das ist nur ein Nebeneffekt. Denn Low Carb verbessert außerdem Deine Gesundheit, vermindert den Alterungsprozess, hält die Gelenke fit, verhindert Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten.

Ohne Nudeln, Brot, Pizza und Kuchen kannst Du nicht leben, denkst Du? Mußt Du nicht! Nur die Zutaten für Nudeln, Brot, Pizza und Kuchen ändern sich.
Weizen macht süchtig, müde, fett, dumm und krank. Das ist – auf den Punkt gebracht – das, was die in den letzten 40 Jahren gezüchteten Weizensorten mit uns machen. Weizen überwindet die Blut-Hirnschranke (was sonst nur Medikamente tun) und wirkt daher auch im Gehirn, nicht zu unserem Vorteil.

Weizen ist der schädlichste der schädlichen Kohlehydratlieferanten, schädlicher als Zucker. Wenn Du abnehmen willst, solltest Du aber auch die anderen Stärkeprodukte meiden wie Dinkel, Reis, Mais, Kartoffeln und Zucker in jeder Form – also auch keine Dinkelnudeln, kein Vollkornbrot, keine Kekse, kein Kuchen, keine Bonbons, kein Eis.

Aber keine Sorge, findige Low Carb Rezeptetüftler sind international am Werk und erfinden neue Gerichte, süß und lecker ganz ohne Mehl und Zucker. Oder knusprig und pikant wie eine „echte“ Pizza und doch ohne Mehl.

Warum machen Produkte mit Mehl und Zucker dick?

Mehl und Zucker sind vom Körper schnell verwertbare Kohlhydrate, die kurz nach dem Essen den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Um den Blutzucker wieder zu neutralisieren, muß die Bauchspeicheldrüse Insulin erzeugen. Solange aber Insulin im Körper in hohen Dosen kreist, kann der Körper kein Fett aus der Nahrung abbauen. Das aufgenommene Fett wandert direkt auf die Hüfte, den Bauch oder anderswo hin. Dort bleibt es, bis das Insulin verschwunden ist. Wird aber, wie das üblich ist, nach 3-4 Stunden erneut ein Stück Kuchen, Schokolade, ein Hamburger oder eine Pasta gegessen (denn vom Abfall der hohen Blutzuckerkurve bekommt man schneller wieder Hunger!), beginnt der Insulinausstoss von Neuem. Und das Fett bleibt in der Fettzelle eingesperrt. Und neues Fett kommt hinzu… Und wenn die Bauchspeicheldrüse irgendwann schlapp macht, nennt man das Diabetes. Sehr amüsant und verständlich nachzulesen in dem Buch von Ursula Bien „Das bi(e)näre System – Intelligentes Gewichtsmanagement“.

Fett ist nicht der Bösewicht

Wer sich jahrelang kasteit hat mit Verzicht, vor allem auf Fett – womöglich Weight Watchers mit 1 TL Öl am Tag versucht hat und das eher trostlos fand, darf sich freuen. Kein Punkte – und Kalorienzählen mehr. Wichtig sind gute Fette wie Olivenöl, Rapsöl, Ghee und andere. Schlecht sind gehärtete Fette, Margarine oder die Transfette („Killerfette“), die in allen Fertiggerichten verwendet werden. Zum Beispiel auch in fertig geriebenen Käse als Trennmittel. Man kann schon abnehmen mit Weight Watchers, aber es ist doch vergleichsweise Spaßbefreit und dauert um einiges länger. Gesünder wird man davon jedoch nicht.

Leben ohne Baguette und Co

Nach 1-2 Wochen Mehl- und Zuckerfreiem Leben ist die Lust auf die bisherige „Pampe“ in der Regel auch gesunken. Und sinkt noch weiter. Irgendwann wird der Brotkorb weggeräumt, weil er nur im Weg steht und keiner mehr Bedarf hat.
Natürlich kann man sich ab und zu Low Carb Brötchen selber backen. Im Gegensatz zum Kuchen, der eine beliebte Abwechslung darstellt, finden aber Brot und Brötchen bei uns kaum noch Absatz. Du wirst feststellen, dass sich Deine Verdauung wesentlich verbessern wird. Wenn Du vorher unter häufigen Blähungen und Verdauungsproblemen gelitten hast, dann sind diese jetzt wie weggeblasen. Du fühlst Dich nach dem Essen nicht mehr müde und schlapp, sondern hast wesentlich mehr Energie als früher. Gelenkprobleme und Allergien können sich bessern und sogar verschwinden. Das Spektrum der Krankheiten, auf die eine Kohlhydratlastige Ernährung Einfluss hat, ist erschreckend groß.
Nachzulesen in dem Buch „Die Weizenwampe“ (sehr zu empfehlen!) und ähnlicher Literatur.

Was darf man noch essen?

Vorab: 1 x pro Woche darfst Du alles essen, was Du willst, wenn Du in der restlichen Zeit entsprechend diszipliniert bist. Doch Vorsicht, da schleichen sich leicht wieder alte Muster ein. Und: nötig ist es eigentlich nicht wirklich.

Brot / Brötchen: werden aus Ersatzmehlen wie Mandelmehl, gemahlenen Mandeln, Kokosmehl, Sojamehl, Hanfmehl. Inulin (Balasstoffe), gemahlene Chiasamen etc. hergestellt

Nudeln: es gibt geschmacksneutrale „Konjak“-Nudeln, die durchsichtig sind und völlig  kalorienfrei. Daneben kann man aus Linsenmehl fertige Nudeln, auch Spaghetti kaufen. Die sehen fast aus wie Weizenspaghetti und schmecken nur ein wenig „vollkorniger“ und man kann daraus auch z.B. Spätzle selber herstellen
Eine gute Variante sind auch“Zudeln“, Nudeln aus Zucchini (mit dem Sparschäler oder dem Spiralschneider geschnitten) oder Karotten. Als Sättigungsbeilage ebenso wie als Ersatz für z.B. Spaghetti Bolognese.

Kuchen: werden aus Mandelmehl, gemahlenen Mandeln, Kokosmehl, gemahlenen Flohsamenschalen, gemahlenen Chiasamen, Sojamehl, Linsenmehl oder sogar gekochten Linsen hergestellt.

Schokolade: nur mit mindestens 75% Kakaoanteil oder Kakaopulver

Zucker: nur Zucker-Ersatzstoffe wie Xylit, Erythrit (im Handel als „Xucker light“ erhältlich) oder Stevia (kein Honig, Ahornsirup, Agavensirup, Rohrohrzucker, brauner Zucker, Fruchtzucker etc.!)

Bier: nein

Wein: ja, in Maßen. Wer schneller abnehmen will, verzichtet erst mal.

Schnaps und Co: nein

Cola: nur Cola Zero

Limonaden, Fruchtsäfte: nur zuckerfreie!

Mayonaise, Ketschup und Co: nur zuckerfreie Produkte, d.h. meist selber machen.

Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen und Co: In Maßen, 2 bis maximal 3 pro Woche

Pizza: für Pizza gibt es mittlerweile toll erprobte Rezepte für den Boden, darunter aus Thunfisch mit Ei, vorgebacken, dann den Belag drauf.

Kartoffelbrei: aus Blumenkohl alleine, oder aus Blumenkohl und Karotten. Erstaunlich, lecker.

Reis: aus geraspeltem Blumenkohl

Frühstück: Low Carb Brötchen mit Schinken, Wurst, Lachs, Beerenmus mit Xucker (Erdbeer, Himber, Brombeer). Eier in jeder Form. Omelette mit Mandelmehl / oder gemahlenen Mandeln gebacken. Auch süß mit Beerenmus und Zimtxucker oder Puder-Xucker.

Nüsse: In Maßen. Wer schnell abnehmen will, läßt sie erstmal weg. Danach täglich eine Handvoll.

Chips: aus Gemüse, z.B. Kohlrabi, hauchdünn geschnitten, und auf dem Blech geröstet und gewürzt.

Obst: Beerenobst ist durchgehend erlaubt. Sehr süßes und sehr kohlhydratreiches Obst eher meiden (Banane, Melone, Mango etc)

Avocado: ja, jederzeit

Fleisch: ja, alles, sogar fettes Fleisch

Milchprodukte: alles erlaubt von Milch über Sahne, Quark, Joghurt, Butter, Frischkäse, Käse etc.

Gemüse: alle Gemüse erlaubt, kohlehydratreiche (Erbsen, Karotten) sind gekocht nicht unbedingt in rauen Mengen so empfehlenswert.

Fett: gute Fette  und Öle wie Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Butter, Ghee.

Letzlich kommt es auf die Gesamt KOHLEHYDRAT-Zufuhr an, NICHT auf die KALORIEN! Es werden keine Kalorien gezählt.
Die Kohlehydrate sollen 40-50 g pro Tag nicht überschreiten. Beispiel: 100 g Baguette haben 40 g Kohlehydrate. 700 g gekochte Karotten haben ebenfalls 40 g Kohledydrate.

Natürlich geht es mit dem Abnehmen schneller, wenn am Anfang auch das Fett reduziert wird, aber es soll nicht komplett weggelassen werden.

Zusätzliche Fettverbrennung wird angeheizt, wenn 2-3 x pro Woche 30-40 Minuten im Fitnesscenter (oder durch Walken, Joggen, Yoga, Pilates)  trainiert wird. Mehr Muskeln verbrennen mehr Fett und die geleerten Fettzellen, die sich durch schlaffes Bindegewebe bald bemerkbar machen, sollen ja wieder gefestigt werden. 🙂

5 Gedanken zu “Warum Low Carb?

    • Kairo13 schreibt:

      Diese Ersatz_Zucker werden aus Zuckeralkoholen hergestellt, aus Mais oder aus Birke z.B. Diese sind nicht mehr verwertbar, selbst Karies und Baktus verhungern dabei, heißt: mit dem Zucker kann man sich die Zähne putzen, die Bakterien sterben ab und können sich nicht vermehren und den Zähnen schaden.Sie wirken allerdings in größeren Mengen abführend, wie alle Zuckeralkohole. Aber Stevia, was eigentlich das Beste wäre, schmeckt einfach nur grauenhaft… Leider ist das Zeug sehr teuer, aber man sollte ja den Geschmack wieder ans Natürliche annähern: früher gabs eher selten mal was Süßes, vielleicht Honig oder Trockenfrüchte. Zucker für alle gibts erst seit? Ich glaube 2. Hälfte des 19. Jh.?
      Und: Das ist gar nicht so schlimm („so streng“). Ich bin absolut kein Asket und für Selbstkasteiung total ungeeignet. Ich hab mich jahrelang geweigert, auf irgendetwas zu verzichten (Nudeln, Brot, Reis). Leider stiegen die Kilos wie in einer Schwangerschaft wo du nicht weißt, ob es jemals zu Ende geht….und jetzt sind wir überrascht, wie gut das geht „ohne“ und wie vor allem das Bedürfnis danach immer mehr verschwindet. Die Müdigkeit nach dem Essen kommt von den „leeren“ Kohlehydraten und dem Zucker. Der Blutzuckerspiegel steigt sofort und rasant und fällt ebenso schnell wieder ab, dann „braucht“ der Körper Nachschub an Zucker/Weißmehl, damits wieder aufwärts geht. Die „guten“ Kohlehydrate wie Linsen, Hülsenfrüchte und andere halten den Insulinspiegel gleichmäßig und fahren ihn nicht so extrem hoch, so dass es danach auch keine extremen Einbrüche gibt.
      Beim letzten Gesundheitscheck vor ca 6 Wochen fragte mein Arzt: ach, haben Sie die Ernährung umgestellt? Meine Blutwerte + Blutdruck sind jetzt topp. Er ist einer der wenigen Ärzte, die sich mit Ernährung auskennen. Die meisten empfehlen ja „gesundes Vollkorn“ usw., wenig „rotes Fleisch“ und vor allem: ein Minimum an Fett. Ohne die Weißmehl-Kohlehydrate und andere Stärke wie Mais, Kartoffeln, Reis etc. kann ich sogar Kuchen mit Schlagsahne reinhauen, und nehme kein Gramm zu. Da macht das Kochen und Backen wieder Spaß 🙂 Man muß halt kreativ experimentieren mit den Ersatz-Zutaten, aber das macht ja auch Spaß.
      Grüßle aus dem Illertal
      Eva
      http://www.1001food.de

      • Casa Selvanegra schreibt:

        Danke für die ausführliche Beschreibung. Ja Stevia schmeckt fürchterlich und Xucker finde ich süßt nicht. Was hab ich da mal Mengen nutzen müssen, um ein annäherndes Ergebnis zu bekommen. Und ja eben die Verdauung mag es nicht und es ist auch mega teuer. Ich bin gern für sowas offen, nur eben alles in Maßen. Meine ganzen Werte sind trotz normaler Esserei top. Und ich könnte den Tag echt nicht ohne jegliche KH schaffen. Habe es 3 Monate gemacht. Da war ich kurz nach der Schwangerschaft und daheim. Jetzt mit Job etc. würde ich das kräftemäßig nicht hinbekommen. LG 💙

  1. Elisa schreibt:

    Es gibt durchaus Stevia, das nicht irgendwie nach Lakritze schmeckt. Ausschlaggebend für den Geschmack ist die Zusammensetzung der Steviolglycoside. Während das Steviosid einen leicht bitteren Eigengeschmack aufweist, schmeckt das Rebaudiosid A süß. Liegt der Anteil von Reb-A. über 90% ist Stevia einfach nur süß.
    Wer keine natürlichen Zuckeralkohole, wie Erythrit oder Xylit mag oder verträgt, für den/die empfiehlt sich der fructosefreie Reissirup.

  2. Kairo13 schreibt:

    Danke für den Tipp. Hab Stevia vor Jahren probiert, als es ganz neu auf dem Markt war. Zwei oder drei Sorten bze. Hersteller habe ich getestet und die Dosen dann entsorgt, wegen diesem „Süßstoff“-Geschmack. Sicher hat sich inzwischen einiges getan und man konnte diesen Nachgeschmack jetzt rausfiltern.

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