Kleine Dattelkunde mit Rezept für Dattelcreme – „Rubb“

20180803_123908Was wären orientalische Süßigkeiten ohne Datteln? Das wäre wie die Geschichten aus 1001Nacht ohne fliegenden Teppich…..
Die Dattel (Phoenix dactylifera) steht unter den arabischen Früchten an erster Stelle. Sie gehört zur Familie der immergrünen Palmengewächse und zählt botanisch zu den Beeren. Die Dattelpalme stammt ursprünglich aus Mesopotamien: schon vor 5000 Jahren begannen die Babylonier mit ihrer Kultivierung und Veredelung. Älteste Funde sollen bis 6000 Jahre zurückdatieren. Die Dattelpalmen werden in Palmgärten kultiviert und brauchen sehr viel Grundwasser. Wenn dies gegeben ist, ertragen sie das Wüstenklima ohne Schwierigkeiten, denn gegen die starke Sonneneinstrahlung können sie sich mittels Hochstellen ihrer Blätter optimal  schützen.
Wenn Regen fällt, was zwar in den Ländern mit Palmenkulturen nicht allzuhäufig vorkommt, wird das wertvolle Regenwasser durch die trichterartige Stellung der Blätter direkt dem Stamm zugeführt.20180305_141545

Gute Widerstandskraft gegen den Wind, der vor allem in den Wintermonaten mit hohen Geschwindigkeiten über die leere Weite der Wüste hinwegfegen kann, erhält der Baum durch seine sehr elastische Konstruktion und angepasste Wuchsform.
Die Pflanze erreicht eine Höhe bis zu 30 m und kann 200 Jahre alt werden. Etwa ab dem achten Jahr trägt die weibliche Palme Früchte, die höchsten Erträge lassen sich im Alter zwischen 20 und 80 Jahren erwarten: die Palme produziert dann bis zwischen 30 kg und 100 kg Datteln in jedem zweiten Jahr. Die Blütezeit der Dattelpalme ist der Februar. Die Ernte der ersten Früchte ist ab Oktober möglich, die Haupternte findet im November/Dezember statt. Eine Palme trägt entweder weibliche Blüten oder männliche Pollen. Wenn der Wind die Bestäubungsfunktion übernehmen soll, dann müssen in einem Dattelpalmenhain in etwa die gleiche Menge fruchttragende weibliche wie fruchtlose männliche Palmen stehen. Sehr früh war den Oasenbewohnern dies ein zu unwirtschaftliches Verhältnis mit zu hohem Wasserverbrauch und man ging dazu über, die Pollen mit der Hand in die weiblichen Blüten einzubringen, so dass seither eine männliche Palme auf 50 weibliche Palmen kommt.
Hauptanbaugebiete sind Iran, Ägypten und Nordafrika. Aber sie werden inzwischen rund um den Globus in allen Ländern mit passendem Klima kultiviert.
20180803_123916Früher war die Dattel aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes Lebensgrundlage der Nomaden, weil sie lange haltbar und problemlos zu transportieren war. Der Islam bestätigte den Verzehr der Dattel als segensreich und gesundheitsfördernd. Traditionell wird das Fasten im Monat Ramadan am Abend (Eftar) mit eingeweichten Datteln gebrochen.
Je nach Reife werden vier Stufen nach ihren arabischen Bezeichnungen unterschieden:  unreif „khimri„,  groß und hart tun. „balah„, arab. „shalal„,  reif und weich tun.  „bessirr„; arab. „rutab„, reif und in der Sonne getrocknet heißen sie Tamr, sofern es sich um „normale“ Datteln handelt und Dagla, wenn es sich um die besonders guten handelt, wie zum Beispiel Daglet Nour, die „Dattel des Lichts“, die als Königin der Datteln gilt.
Palmen sind auch noch anderweitig nutzbar: die Blätter als Rohmaterial für Flechtarbeiten wie Tabletts, Körbe in allen Größen und Formen mit und ohne Deckel, und auch zum Decken der Häuser. Aus Palmholz werden einfache Möbel gebaut wie Stühle, Bänke, Tische oder Bettgestelle. Daneben werden die Palmstämme als Bauholz verwendet. gilt.

Datteln sind nicht nur süß und kalorienreich, sondern auch (oder trotzdem) sehr gesund. Sie enthalten viele Ballaststoffe, wodurch die Verdauung angeregt wird und sind äußerst vitamin- und mineralstoffreich. Neben Kalium und Magnesium weisen Datteln ebenso Eisen, Phosphor und Kalzium auf, enthalten B-Vitamine und die Aminosäure Tryptophan, welche von unserem Körper in das Hormon Melatonin umgewandelt wird. Dieses ist für seine nervenberuhigende Wirkung bekannt und fördert das Einschlafen. Im Vergleich mit Pflaumen und Feigen enthalten Datteln den höchsten Anteil an Antioxidantien, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen. Außerdem enthält die Dattel Tannine und Polyphenole, die eine entzündungshemmende Wirkung haben, also Infektionen bekämpfen und Entzündungen verhindern.
Trotz all der guten Eigenschaften sollte man aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht mehr als 3 Datteln am Tag verzehren und diese, wie alles zuckerhaltige, auch nicht zwischen den Mahlzeiten, sondern am besten direkt danach.

Tunesische Dattelcreme „Rubb“
Rubb ist ein Mittelding aus Sirup und Creme, je nachdem, wieviel Wasser man nimmt.
Macht man Rubb dicker, kann man die Creme gut für Füllungen in Kuchen und Keksen wie z.B. die berühmten Maqroud-Kekse aus Kairouan verwenden. Etwas flüssiger gießt man Rubb über Grießbrei, Droo oder Assida. Traditionell besteht Rubb nur aus Datteln und Wasser. Man kann die Creme aber vorsichtig aromatisieren, mit einer Prise Zimt oder Vanille.

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Droo mit Rubb und Amarettikeksen

Zutaten:
400 g süße Datteln, entsteint
ggf. 1 Prise Zimt, einige Tropfen Vanillearoma
Wasser

Datteln in einen Topf legen. Mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen. Dann auf kleiner Flamme 3 bis 3,5 Std köcheln. Dabei häufig umrühren. Sind die Datteln weich, kann man die Masse nach einiger Zeit in einen Mixer füllen und pürieren. Das Pürree nun weiterkochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist und weiterhin häufig rühren. Möchte man die Creme dünnflüssiger, einfach etwas Wasser nachfüllen.
Achtung: mit mehr Wasser ist es dann natürlich auch weniger süß!
Erst am Ende gegebenenfalls würzen. In heiß ausgespülte Schraubgläser oder Flaschen füllen und abkühlen lassen.

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