Nikitouches – Grießbällchen

Da ich von Natur aus neugierig bin, will ich vieles sofort ausprobieren, was irgendwie interessant klingt.
Hätte ich gewußt, wie lange ich an den Dingern dranhänge, hätte ichs gelassen oder wäre es etwas schlauer angegangen: ein paar Freundinnen zum Nachmittagskaffee einladen und dann zufällig den Nikitouches-Teig hervorholen und gemeinsam rollen…..Alleine sitzt man an dem 300 g-Grießteig 3 x 2 Stunden (ich habs auf drei Tage verteilt). Angeblich gibt es sie irgendwo fertig zu kaufen, aber hier bei uns mal nicht.
Trotzdem, sie sind sehr lecker! Aber nichts für jeden Tag, eher was für besondere Anlässe.
Traditionell kommen sie in eine frische Hühnersuppe, Rezept unten. Sie waren abends, nachdem die Suppe den Nachmittag über stand, sogar noch besser und weicher.
Nikitouches kommen aus der jüdischen Küche. Ob aus der sephardischen oder askenasischen, war nicht eindeutig zu klären. Logischer ist die sephardische Variante, also von den Juden aus Andalusien, die zusammen mit den Muslimen nach der Eroberung Granadas 1495 nach Nordafrika flohen. Die Flüchtlinge bereicherten vor allem die marokkanische, aber auch die restliche nordafrikanische Küche immens. Den Couscous gab es allerdings längst und somit könnte es naheliegen, dass die Nikitouches einfach eine größere Variante Mhamsa darstellen. Die Tomaten und Paprika, die Kolumbus entdeckt und mitgebracht hatte (ebenfalls 1495), brachten sie aus Spanien übrigens schon mit und von dort aus trat dieses Gemüse dann seinen Siegeszug rund um die Welt an.

Nikitouches für ca. 12 Personen (am besten mind. am Vortag beginnen!)
200 g feiner Grieß
1-2 Eigelb
etwas Salz
etwas Olivenöl

Aus den Zutaten einen festen Teig kneten, ggf. etwas Wasser zugeben. Mit Frischhaltefolie abgedeckt mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Wer nicht gleich zur Verarbeitung kommt, kann sich bis 3 Tage Zeit lassen; Hauptsache, der Teig trocknet nicht aus.
Dann kleine Kügelchen formen von ca. ½ cm und trocknen lassen. Die Bällchen halten getrocknet im Schraubglas wie Nudeln.

Hühnersuppe mit Nikitouches
1 ganzes Huhn
1 Zwiebel, halbiert und mit je 1 Lorbeerblatt und 1 Nelke gespickt
1 Karotte geviertelt
1 kleine Stange Sellerie
Salz
Pfefferkörner
1 Zimtstange
200 g Olivenöl

Das Huhn in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen.  Öl, Gemüse und Gewürze zugeben  (die Pfefferkörner gebe ich in eine verschließbares Teesieb, damit ich sie vor dem Essen mühelos entfernen kann) und das Huhn halbgar kochen. Die Nikitouches hinzufügen und ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Das Huhn sollte sehr weich und die Grießbällchen auf doppelte Größe aufgegangen sein.
Das grobe Gemüse vor dem Servieren entfernen.

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